Fragen
Antworten auf Fragen
Hier finden Sie kurze Antworten auf Fragen, die beim Schreiben am häufigsten auftauchen. Reicht eine Antwort nicht aus, sehen Sie sich die verlinkten Beiträge unten auf der Seite an – dort geht es ausführlicher zu.
Fast jeder Streit um ein Wort lässt sich mit zwei Fragen klären: Was bedeutet es, und wer wird den Text lesen?
Wörter und Bedeutungen
Was unterscheidet „effektiv“ und „effizient“?
Effektiv heißt wirksam: Das Ziel wird erreicht – eine effektive Maßnahme. Effizient heißt: Das Ziel wird mit möglichst geringem Aufwand erreicht – ein effizientes Verfahren. Eine Lösung kann effektiv sein und trotzdem wenig effizient.
Wann schreibt man „wieder“, wann „wider“?
„Wieder“ bedeutet erneut, noch einmal oder zurück: wiederholen, Wiedersehen, wiedergeben. „Wider“ bedeutet gegen oder entgegen: widersprechen, Widerstand, widerlegen. Die Frage „noch einmal oder dagegen?“ hilft bei der Entscheidung.
Was tun, wenn das Wörterbuch mehrere Bedeutungen nennt?
Lesen Sie alle zusammen mit den Beispielen. Die passende Bedeutung ergibt sich meist aus dem Zusammenhang, und die Gebrauchshinweise zeigen, wo ein Wort umgangssprachlich klingt oder zu einem Fachgebiet gehört.
Woran erkenne ich, dass ein Wort veraltet ist?
Achten Sie auf die Angaben im Wörterbuch. Ist ein Wort als veraltet gekennzeichnet, kann es im Alltagstext gewollt wirken; in einem Scherz oder einer Stilisierung ist dieser Beiklang mitunter genau richtig.
Lehnwörter
Verderben Lehnwörter die Sprache?
Nein. Sprachen haben immer Wörter von ihren Nachbarn übernommen, und viele davon empfindet längst niemand mehr als fremd. Schwierig wird es erst, wenn ein neues Wort dem Empfänger unverständlich ist oder ein genaues, vertrautes Wort verdrängt.
Welche vertrauten Wörter stammen aus anderen Sprachen?
Zum Beispiel „Büro“ und „Balkon“ aus dem Französischen, „Sport“ aus dem Englischen und „Fenster“ aus dem Lateinischen. „Keks“ geht auf das englische „cakes“ zurück.
Was tun, wenn es keinen deutschen Ersatz gibt?
Behalten Sie das Lehnwort. Kennt der Leser es womöglich nicht, ergänzen Sie bei der ersten Erwähnung eine kurze Erklärung und schreiben danach ohne weitere Hinweise.
Wie schreibe ich ein frisch übernommenes Wort?
Schlagen Sie zuerst in einem aktuellen Rechtschreibwörterbuch nach. Steht das Wort dort noch nicht, wählen Sie die verbreitetste Schreibung und bleiben Sie im ganzen Text dabei – als Substantiv schreibt man es im Deutschen groß.
Schreiben und Stil
Was ist Amtsdeutsch?
So nennt man die Übertragung von Wendungen aus Behördenschreiben in die gewöhnliche Sprache: „zwecks“, „seitens“, „erfolgen“, lange Substantivketten. In Alltagstexten machen sie einen Satz schwer und kühl.
Wirkt ein einfacher Text nicht unhöflich?
Nein. Höflichkeit entsteht durch Anrede, Dank und einen ruhigen Ton. Ein kurzer, klarer Satz ist respektvoller als ein langer, den man zweimal lesen muss.
Wann passt ein umgangssprachlicher Stil?
In privaten Nachrichten, in lockeren Arbeitschats, im persönlichen Gespräch. In einer E-Mail an Unbekannte oder in einem Aushang ist ein neutraler Stil die sicherere Wahl.
Woran merke ich, dass ein Satz zu lang ist?
Lesen Sie ihn laut vor. Müssen Sie mittendrin Luft holen oder haben Sie am Ende den Anfang vergessen, teilen Sie den Satz in zwei.
Lesen Sie auch
- Glossar
Glossar: Lehnwort, Lehnübersetzung, Paronym, Neologismus, Amtsdeutsch, Pleonasmus und Arten von Wörterbüchern.
- Praxis
Wie Sie eine Arbeitsnachricht verständlicher formulieren: Vorbereitung, Schritte mit fiktiven Beispielen, Fehler und Checkliste. Dazu der Beitragskatalog.
- Sammlungen
Lesepfade: Wörter aus der Bürokommunikation, Paare, die oft verwechselt werden, und Wörter mit spannender Geschichte.
- Russische Varianten (auf Russisch)
Unsere Übersicht unter der alten Adresse: welche russischen Wörter gängige Lehnwörter im Russischen ersetzen können und wann das sinnvoll ist.
Quellen
- Aktuelle Bedeutungs-, Rechtschreib- und Herkunftswörterbücher der deutschen Sprache
Die Erläuterungen sind allgemein gehalten und geben den Stand zum angegebenen Datum wieder. Sprache verändert sich langsam, aber sie verändert sich: Weicht unser Rat von einem aktuellen Wörterbuch ab, richten Sie sich nach dem Wörterbuch. Für offizielle Schriftstücke gelten die Gestaltungsregeln Ihres Arbeitsumfelds.